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Frustfrei lernen: Wie funktioniert unser Gehirn und wie kann mir das beim Lernen helfen?

 

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Jeder Sinneseindruck, jede Emotion, Farbe oder Zahl gelangt vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis. Wie kann man  die einzelnen Schritte dieser Speicherung beim Lernen besser einsetzen? Wie kann man verhindern, dass gerade erst Gelerntes direkt wieder aus dem Kopf rutscht? In Phasen, die Studenten Bulimie-lernen nennen, ist es besonders wichtig, seine eigenen Lernzettel effektiver zu gestalten, um möglichst viel zu behalten. Um das zu meistern, müssen wir uns etwas mit dem Aufbau des Gehirns und den einzelnen Funktionen beschäftigen.

Unser Gehirn besteht aus 3 grundlegenden Einheiten, dem Hirnstamm, dem limbischen System und dem Großhirn, auch Neocortex genannt.

Hirnstamm: Überlebenswichtige Körperfunktionen
Der Hirnstamm kontrolliert unsere überlebenswichtigen Körpersysteme. Die Wichtigsten sind die Atmung, der Herzschlag und der Stoffwechsel, aber auch Reflexe wie Husten, Schlucken oder Schwitzen fallen unter den Aufgabenbereich des Hirnstamms.

Das Limbische System: Was haben Emotionen mit Lernen zu tun?
Das limbische System, auch sensorisches System genannt setzt sich mit allen Sinneseindrücken aus unserer Umwelt und unsere Reaktion darauf auseinander. Wenn wir zum Beispiel eine schöne Blume sehen und daran riechen, werden positive Emotionen in uns ausgelöst, die wiederum durch Hormone entstehen. Diese Prozesse werden von dem Hippokampus, der Amygdala und dem Hypothalamus gesteuert. Der Hippokampus nimmt dabei die Sinneseindrücke (Visuell, akustisch, Gerüche, Tastsinn) auf, wobei die Amygdala die dazugehörigen Emotionen auslöst, die vom Hypothalamus in Form von Hormonen ausgeschüttet werden.

Wie funktioniert das Kurzzeitgedächtnis? :  Hippokampus
Zusätzlich befindet sich im limbischem System, genauer gesagt am Hippokampus das Kurzzeitgedächtnis. Hier werden Informationen kurzfristig zwischengespeichert bis sie entweder überschrieben werden oder ins Langzeitgedächtnis gehen.

Jede einzelne Bewegung, jeder Sinneseindruck, alles was wir tun, geht durch diesen Prozess, wobei das limbische System entscheidet welche der tausenden von Informationen tatsächlich relevant sind.

Was wird im Langzeitgedächtnis gespeichert?

Nur Informationen, die

  1. auf bereits gespeicherte Informationen aufbauen,

  2. durch starke Emotionen als besonders wichtig wahrgenommen werden

  3. oder mehrmals wiederholt wurden,

  4. werden vom limbischen System in das Langzeitgedächtnis weitergeleitet.

Fun Fact: Diese Weiterleitung geschieht in Ruhephasen und im Schlaf. Wenig Schlaf/ Ruhe führt dazu, dass uns das Lernen/ Behalten von Informationen schwerer fällt.

Was passiert beim Lernen im limbischen System?

Wenn wir beim Lernen Texte lesen, oder Begriffe auswendig lernen, geschieht dies in erster Linie auf sensorischer Ebene. Die Informationen, die wir aufnehmen werden also im Zusammenhang mit unseren Emotionen aufgenommen. Wenn wir müde, unmotiviert und frustriert  sind, werden die gelernten Inhalte gemeinsam mit diesen Emotionen zwischengespeichert. Aus diesem Grund verbinden viele Schüler Unterrichtsinhalte mit negativen Erfahrungen in Unterrichtssituationen oder mit ungerechten Lehrern. Das kann durchaus fatale Folgen für unsere Lernprozesse und unsere gesamte Schullaufbahn haben, wenn wir die negativen Erfahrungen nicht überwinden können:

 „Zu Anfang Meines Biologiestudiums Hatte Ich Eine Extreme Abneigung Gegenüber Der Mitose Und Meiose. Bis Zum Ende Hab Ich Das Thema Aufgeschoben, Weil Ich Eine Unerklärliche Angst Davor Hatte Mich Damit Zu Beschäftigen. Ich Hatte Das Gefühl Die Einzelnen Phasen Niemals Lernen, Verstehen Und Behalten Zu Können. Erst Nachdem Ich Mit Viel Überwindungskraft Doch Das Thema Durcharbeitete Fiel Es Mir Leichter Und Überrascht Stellte Ich Fest, Dass Es Mir Sogar Spaß Machte. Später Fiel Mir Auf, Dass Ich Die Mitose Und Meiose Bei Einer Lehrerin Gelernt Hatte, Mit Der Ich Äußerst Negative Erfahrungen –Dadurch Auch Emotionen Verbunden Hatte.“

– Biologiestudentin Aus Bielefeld

Was lösen negative Emotionen im Langzeitgedächtnis aus?

Besonders negative Emotionen können als so wichtig eingeordnet werden, dass die  Informationen im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden. Doch die damit verbundenen Emotionen werden uns immer, wie ein großes, rotes Gefahrenschild davon abhalten, diese Inhalte wieder aufzurufen. Erst wenn wir es schaffen die negativen Emotionen zu überwinden und neue Erfahrungen mit den Inhalten zu machen, können wir effektiv darauf zugreifen.

Aus diesem Grund können positive Emotionen zu einer Verstärkung der Lerninhalte führen. Spaß am Lernen, Interesse, Motivation oder auch die Hoffnung auf eine Belohnung, kann zu einem besseren Lernerfolg führen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich eine positive Lernatmosphäre zu schaffen, die ganz individuell auf einen selbst abgestimmt ist ( Ich habe große Weltkarten, Fotos, Musik und immer einen leckeren Kaffee oder eine Kanne Tee an meinem Arbeitsplatz ). Diese Dinge geben einem eine positive Grundstimmung, auf der wir unsere Lerninhalte aufbauen können.

Großgehirn/ Neocortex: Zeichen vs. Bilder

 

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Im Neocortex befinden sich unsere Persönlichkeit, unser Langzeitgedächtnis und das Entscheidungszentrum. Die Verarbeitung von Informationen, die vom Kurzzeitgedächtnis weitergegeben wird, findet ebenfalls hier statt und wird dementsprechend eingeordnet. Dabei unterteilt sich der Neocortex in zwei wesentliche Teile, dem linken und rechten Neocortex. Jede Seite hat spezifische Teilgebiete, die in bestimmten Situationen beansprucht werden.

 

Der linke Neocortex: Zeichen

Der linke Neocortex ist für alle logischen Prozesse zuständig, die digital und linear ablaufen. Stichwortlisten, Texte oder Zahlen sind also das Fachgebiet der linken Gehirnhälfte.  Sie kann Zeitabläufe abschätzen und Schlussfolgerungen treffen. Zusätzlich ist dieser Teil für Lesen, Rechnen und Sprechen zuständig.

 

Der rechte Neocortex: Bilder

Der rechte Neocortex ist für die Verarbeitung von analogen Formen wie Farben, Bilder oder Muster zuständig. Hier befindet sich die Vorstellungskraft, Assoziationen mit Bildern und die Fähigkeit zu analysieren.

Wenn unsere Lernprozesse nur  aus einfarbigen Wortlisten und Texten bestehen, nutzen wir zum größten Teil nur die Kapazität des linken Neocortex. Dabei könnten wir unsere Gehirnkapazität erweitern,  Lernprozesse effektiver machen und auch den Spaßfaktor erweitern, wenn wir beim Lernen unseren rechten Neocortex stärker nutzen würden.

 

Wie kann man diese Funktionen am besten beim Lernen einsetzten? Mehr dazu Hier:

2,5 Millionen Gigabyte Gehirnkapazität: Wie kann ich effektiver lernen? Und warum helfen mir Mind-Maps und Color-Coding dabei?

 

Quellen

Hertelein, Margit. Mind Mapping – Die kreative Arbeitstechnik: Spielerisch lernen und organisieren. Rowohlt Verlag GmbH, 2014.

http://vmrz0100.vm.ruhr-uni-bochum.de/spomedial/content/e866/e2442/e6328/e6550/e6557/e6576/index_ger.html 04.12.17

https://www.akademie-fuer-lernmethoden.de/lernmethoden/mindmaps/30.11.17

https://www.brain-effect.com/magazin/dr-karsten-das-kurzzeitgedaechtnis30.11.17

https://www.brain-effect.com/magazin/dr-karsten-das-kurzzeitgedaechtnis30.11.17

http://www.nncn.de/de/neues/Forschungsergebnisse/langzeitgedaechtnis04,12,17

http://thezenuniverse.org/brain-triune-theory/ 27.11.17

http://www.sueddeutsche.de/karriere/arbeiten-mit-mind-maps-gegen-das-chaos-im-gehirn-1.21265527.11.17

http://www.zmija.de/mindmap.htm27.11.17

https://www.akademie-fuer-lernmethoden.de/lernmethoden/mindmaps/mindmapping-zum-lernen-und-einpraegen/27.11.17

Bildquellen:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/69/PSM_V26_D768_Brain_of_gauss.jpg/502px-PSM_V26_D768_Brain_of_gauss.jpg

https://mitpress.mit.edu/sites/default/files/imagecache/bloglist/brain.png

http://www.zum.de/Faecher/Materialien/beck/bilder/!2_hirn.gif

https://schaeferblick.files.wordpress.com/2014/12/netop_pic1.jpg

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http://www.webquests.ch/pics/upload/5079/whois_400.png

http://www.gesundheitsthema.de/wp-content/uploads/2012/01/zentrales-nervensystem-gehirn-250×300.jpg

http://www.biokurs.de/files/Faecher/Materialien/beck/bilder/_2_hirn.gif

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